Derzeit veranstaltet das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) einen Wettbewerb zu Künstlicher Intelligenz als Treiber für Ökosysteme und ruft dazu auf, sich mit Projekten für Fördermittel zu bewerben. Nichts leichter als das – dachten wir! Wir haben uns einem von der Hamburger Hochbahn geführten Konsortium angeschlossen und nehmen mit dem Projekt KIMOB („Künstliche Intelligenz Mobilität“) an diesem Wettbewerb teil. Wir haben uns dreimal im Kreis gedreht, unser agiles Mindset in die Spree geworfen und uns zum Ziel gesetzt, mit KI die Verkehrswende der Stadt Hamburg zu steuern. Komplexe Systeme überblicken, vom Nutzer her denken, ins Digitale übersetzen: können wir. Jetzt stehen wir an der Startlinie, sind schon jetzt enorm stolz auf das Erreichte und wollen, dass es weitergeht. Aus drei guten Gründen:
1. Wir wollen umsteigen!
Alle reden davon, doch niemand macht’s. Eine Verkehrswende kann man nicht herbeireden, sondern sie muss aktiv gesteuert werden. Die Steuerung findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt. Auch im KIMOB-Projekt wird schnell klar: Unser Ökosystem ist komplex und viele verschiedene Interessen wirken auf uns ein. Natürlich gibt es EU- und Bundespolitik, es gibt die Fridays-for-Future-Bewegung und eine gesellschaftliche Debatte über Feinstaub- und Stickoxide. Letztlich müssen wir aber auch alle zur Arbeit, in die Kita und in den Supermarkt. Stillstand kann sich niemand leisten.
KIMOB fokussiert sich in der ersten Projektphase auf die Stadt Hamburg und allein dort gibt es eine Senatskanzlei, eine Behörde für Umwelt, eine Behörde für Verkehr, verschiedene Mobilitätsunternehmen für Bus, Bahn, Fähre, Bike-/Car-/Scooter-/Roller-Sharing, Taxiunternehmen und Lieferverkehr. Und viele mehr. Besonders wichtig für uns sind aber natürlich all diejenigen, die sich Tag für Tag in der Stadt bewegen – also die Verkehrsteilnehmer. Dies umfasst Autofahrer, ÖPNV-Nutzer, Fahrradfahrer, Touristen, Paketzusteller und auch jeden Handwerker mit Dienst-Bulli. Was ich sagen will: Das System ist komplex, die Bedürfnisse sind vielfältig und teilweise gegenläufig und die Zeit ist knapp sowie die Politik unter Druck. Das nenn’ ich mal liebevoll ein „explosives Spannungsfeld“. Dieses Spannungsfeld können wir im Projekt über ein nutzerzentriertes Vorgehen und eine enge Kooperation mit allen Beteiligten auflösen. Nur so werden wir Lösungen finden und Produkte bauen, die tatsächlich akzeptiert und genutzt werden und auf unser Ziel – die Verkehrswende in Hamburg herbeizuführen – einzahlen.